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Barock Möbel – nur für das Museum?

3 Januar 2012

Barock Möbel sind Antiquitäten, werden viel bewundert und haben ihren Preis. Wer die aufwändige Formensprache des Barock mag und zudem das nötige Kleingeld hat, wird sich dennoch fragen, ob denn es denn überhaupt Sinn macht, antike Möbel zu kaufen, die schon so alt sind: Gehören diese nicht eigentlich in ein Museum – oder fallen sie bei der ersten Berührung auseinander? Denn die Zeit des Barock währte von etwa 1575 bis 1770, das ist tatsächlich schon sehr lange her.

Zustand der Barock Möbel unbedingt prüfen

Die Frage lässt sich nicht grundsätzlich mit “ja” oder “nein” beantworten, sondern – wie so oft – mit einem “es kommt darauf an” – und da gibt es Vieles, was zu hinterfragen ist: Der Zustand derartig alter Möbelstücke hängt maßgeblich davon ab, wo und unter welchen Bedingungen sie die vielen, vielen Jahre gelagert wurden. Aus welchen Hölzern sie hergestellt wurden und ob sie von Schädlingen – dem sogenannten Holzwurm oder anderen – befallen sind oder waren.
Dabei sind Barock Möbel aus Hartholz denen aus Weichholz vorzuziehen: Weichhölzer sind zum Beispiel Kiefer und Fichte, Harthölzer Eiche und Obstbaumhölzer – letztere haben oft eine wunderbare Maserung. Weichholz ist längst nicht so beständig wie Hartholz und kann tatsächlich irgendwann einmal an Substanz verlieren und spröde und brüchig werden. Harthölzer sind weit beständiger – aber auch an Ihnen kann der Zahn der Zeit nagen, wenn sie ständigem Temperaturwechsel und schwankender Feuchtigkeit ausgesetzt waren.

Restaurationsverfahren können viel leisten

Moderne Restaurationsverfahren können jedoch viel leisten, so dass die vom Fachhändler angebotenen Barock Möbel ihrem Zweck nach verwendbar sind. Gleichwohl sollte man sie mit Wertschätzung behandeln und ihnen nicht zu viele weitere Belastungen – Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen – zumuten. Dann können sie noch lange an das Leben und Treiben in der Barockzeit erinnern.

Antiquitäten Gründerzeit der Gründerzeit Schrank

3 Juni 2010

Antiquitäten aus der Gründerzeit haben viele Gesichter, deshalb ist es für Laien schwer, Gründerzeit Antiquitäten tatsächlich als solche einzuordnen. Genau genommen bezieht sich der Begriff auf den ausgehenden Historismus, wird von Fachleuten nicht als Stilepoche gesehen und beinhaltet letztendlich die Zeit um 1870, in der ein Unternehmensgründer schnell wohlhabend werden konnte.

Gründerzeit Möbel – irgendwo zwischen Barock und Historismus

Umgangssprachlich hat sich die Bezeichnung durchgesetzt, wenn sie auch inhaltlich den Historismus meint. Der wiederum brachte Möbel hervor, die vergangenen Epochen nachempfunden wurden. Ein Schrank aus der historischen Gründerzeit kann beispielsweise dem Barock ähneln, kann aber auch wie ein Renaissance-Möbel aussehen. Antiquitäten aus dem 19. Jahrhundert, besonders aus deren zweiten Hälfte, haben, dessen ungeachtet, eine große Liebhabergemeinde. Völlig zu Recht! Sie sind von handwerklicher Kunstfertigkeit und meistens aus sehr gutem Holz gearbeitet.

Gründerzeitschrank, pompöse Verzierung und dominant in der Wirkung

Ein Schrank war damals nicht nur ein funktionaler Einrichtungsgegenstand. Das Bürgertum legte großen Wert darauf, dass darin gleichfalls der Aufschwung, den es selbst in dieser Zeit erlebte, Ausdruck fand. Das Mobiliar schien sich in der Art seines Dekors deshalb zu übertrumpfen. Pompös und wuchtig war so ein Schrank fast immer; dazu reich verziert und oft auch mit Goldbemalungen versehen. Die Möbelherstellung wurde durch die industrielle Entwicklung vereinfacht, was wiederum Schwierigkeiten bei der dekorativen Gestaltung nach sich zog. Verzierungen wurden durch spezielles Formen von Papiermaché (auch Pulpe oder Pappmache genannt) gefertigt und Zinkguss mit entsprechender Bemalung ersetzte die Goldbronze. Ein Fachmann erkennt das, zieht Rückschlüsse auf das Herstellungsjahr. Ein Gründerzeitschrank ist eine Antiquität und – erkennbar.

Antiquitäten Barock das sind die Kennzeichen des Barockschrank

21 April 2010

Der Barock ist eine kunstgeschichtliche Stilepoche, die der Renaissance folgte und dem Klassizismus vorausging und umfasst in etwa die Zeit von 1600 bis 1770. Möbel aus dieser Epoche sind opulent und reichlich verziert. Sie erinnern uns an den Ludwig XIV, dem Sonnenkönig Frankreichs, der im Schloss in Versailles im vollkommenen Überfluss und Luxus schwelgte.

Schränke aus der Epoche des Barocks bestehen zumeist aus poliertem Holz, das durch das Spiel mit Licht und Schatten besticht. Hierzu wurden edle Holzarten, wie Palisander, Kirschbaum oder Ebenholz verarbeitet, das zu kunstvollen Formen gedrechselt wurde. Die geschwungenen Linien und die bauchigen Flächen sowie die spiralförmigen, stark verschnörkelten Beine wurden zum typischen Merkmal von Möbeln im Barockstil.

Intarsien und Bronzebeschläge – zwei mögliche Kennzeichen eines Barock Schrank

Neben der typischen gewellten Silhouette stehen Intarsien aus Elfenbein oder Schildplatt, Halbedelsteinen und edlen Metallen, wie Gold oder Bronze im Mittelpunkt der Arbeit. Auch Applikationen und Bronzebeschläge sind ein typisches Kennzeichen barocker Schränke und anderer Möbel aus dieser Epoche. Schränke aus dieser Zeit sind verschnörkelt und üppig in ihrer Form und Ausgestaltung. Sie sind häufig bis ins kleinste Detail mit Verzierungen versehen. Durch ihre Extravaganz und Opulenz benötigen Barockschränke viel Platz, um auf den Betrachter wirken zu können, denn die Stilepoche des Barocks stellte klar den künstlerischen Aspekt des Möbels vor den Nutzen.