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Antiquitäten Schrank – Biedermeier Dielenschrank

8 Juni 2010

Anfang bis Mitte des 19. Jahrhunderts war in Deutschland die Zeit des Biedermeiers. Ähnlich wie heute wurden auch die damaligen unruhigen Zeiten, bedingt durch die aufkommende Industrialisierung, durch einen Rückzug in das gemütliche Zuhause kompensiert. Welt verändernde, technische Erfindungen schufen eine neue Moderne, die aus heutigem Blickwinkel natürlich ziemlich als aussieht. Im Biedermeier erfuhr die Würdigung der kulturellen Vergangenheit den Erhalt in der häuslichen Idylle. Materielle Beschränkungen sollten mit künstlerischer Schönheit bei z.B. dem Biedermeier Dielenschrank verbunden werden.

Biedermeier-Dielenschrank schlicht schön, ganz der Zeit entsprechend

Beim Biedermeier-Dielenschrank stehen Funktionalität und klare Formgebung im Vordergrund. Repräsentative, üppige Verzierungen und Prunk verloren an Bedeutung. Einige schlichte Zierelemente rahmten die individuelle Schönheit des Materials. Die Maserung des Holzes rückte in den Mittelpunkt. Nussbaum-Wurzelmaserungen verliehen dem Biedermeier-Dielenschrank ein besonders attraktives Aussehen. Der Einsatz von Edelhölzern faszinierte mit typischen Oberflächenbildern. Handwerkliches Geschick nutzte bei den harmonischen Möbel-Proportionen stilvoll die Holzmaserungen. Pappel, Eibe, Birnbaum, Kirsche, Birke und Nussbaum wurden überwiegend verarbeitet. Mitunter entstanden Möbel aus Walnuss und Mahagoni. Durch glatt polierte Oberflächenbearbeitungen blühte jede interessante Maserung auf.

Dielenschrank des Biedermeier Funktion trifft Nutzen

Ein Dielenschrank aus der Biedermeierzeit überzeugt noch immer mit seiner Funktionalität und den großzügigen Platzverhältnissen. Konische Vierkantfüße vermitteln schlichte Linienführungen, die jegliche Klobigkeit ablehnen. Gestufte Sockelvarianten und schlicht profilierte oder geschwungene Kranzgestaltungen stellen bei sachlich strukturierten Schranktüren mitunter die einzige Zierde dar. Dielenschränke können ebenfalls im unteren Bereich ein Schubkastensystem haben. Alle eingearbeiteten Griffe und Türschlösser sind zierlich unscheinbar oder anmutig verzierte Metallausführungen. Ein Biedermeier-Dielenschrank ist für die großzügige Dielengestaltung etwas Besonderes. Als freistehendes Einzelstück entfaltet er seine Schönheit, erinnert an vergangene Zeiten.

Biedermeier Sekretär – zu alt für den täglichen Gebrauch?

16 Mai 2010

Für die Kulturepoche des Biedermeier – 1815 bis 1848 – ist ein auffallendes Bemühen um Schlichtheit charakteristisch. Trotz zurückhaltendem Design gilt die Stilepoche des Biedermeier al eine sehr kreative Zeit in der bildenden Kunst. Im Laufe der Stilepoche verloren sich die Einflüsse der bis dahin herrschenden Stilrichtungen, die Inneneinrichtung der wohlhabenden Haushalte verlor Stück um Stück ihr üppiges Dekor, und die Impulse, die dabei hauptsächlich von Adelshäusern ausgingen, fanden schnelle Verbreitung. In Bezug auf die Lebensweise ist noch heute von bürgerlichen Tugenden die Rede. Häuslichkeit bekam einen wichtigeren Stellenwert als Repräsentation. Die Möbel wurden einfacher, behielten jedoch eine besondere Eleganz. Ihr Stil war keinesfalls einheitlich. So konnte der Biedermeier Sekretär ein kleiner, fast unscheinbarer Gegenstand mit Schubladen sein; es gab ihn aber auch als großen Schrank mit klappbarer Schreibunterlage.

Gar nicht bieder, die Möbel des Biedermeier

Verarbeitet wurden Edelhölzer mit ausdrucksvoller Farbgebung, ebenso weiche Hölzer, die durch ihren warmen, honigfarbenen Ton Behaglichkeit vermittelten. Grundsätze wie Fleiß, Bescheidenheit und Pflichtgefühl drückten sich in der Wohnkultur aus und machen immer noch den besonderen Reiz von Biedermeiermöbeln aus.

Der Biedermeier Sekretär ist heute wie damals gefragtes Einrichtungsstück

Es finden sich in vielen Haushalten Stücke, die ein Erbe aus dem frühen 19. Jahrhundert sind, da ihre einstigen Besitzer durchaus nicht mehr nur vornehmen Familien entstammten. Wer einen gut erhaltenen Sekretär aus dieser Zeit besitzt, der wird ihn auch in seine moderne Einrichtung integrieren und ihn benutzen. Er ist keinesfalls zu alt dafür! Im Gegenteil, er schafft eine Atmosphäre, die behutsam der heutigen Schnelllebigkeit entgegenwirkt, und ein Brief, den man darauf schreibt, versetzt den Absender sogar in eine Besinnlichkeit, die ein noch wertvollerer Nachlass ist.

Antikes Stilmöbel – die Antiquitäten Kommode des Biedermeier

8 Mai 2010

Die Jahre zwischen 1815 und 1848, die als Epoche des Biedermeier bekannt sind, gehören zur letzten schöpferischen Zeitspanne vor dem Beginn der historischen Nachahmungen (Historismus). Die Bezeichnung Biedermeier Stilepoche erhielt das Biedermeier allerdings erst nachträglich, zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die Möbelherstellung brachte in der Stilepoche des Biedermeier klare Formen hervor, die sich vor allem durch Zweckmäßigkeit auszeichneten und dennoch ein sehr elegantes Design aufwiesen. Dekoratives Zierwerk war nicht mehr gefragt. Stattdessen waren gute Weich- und Edelhölzer mit ihren Maserungen das Schmuckelement schlechthin. Besondere Profilierungen, auf die nicht verzichtet wurde, entdeckte man oft erst auf den zweiten Blick. Die ausgezeichnete Handwerksarbeit war dagegen vordergründig sichtbar.

Biedermeier Kommode schöne Optik, reichlich Stauraum

Die Biedermeier Kommode hatte meist große Fächer, die herausgezogen werden konnten. Sie waren zwei- oder mehrfach übereinander angeordnet, boten reichlich Stauraum, und obenauf war viel Platz, der gern für Ziergegenstände und Bilder genutzt wurde. Gemütlichkeit und Idyll waren Ausdruck des Rückzuges in die Privatsphäre, die als unpolitisch galt. Eine Kommode fehlte fast in keinem Haushalt und stand auch nicht nur ausschließlich im Wohnzimmer.

Ihre Verwendungsmöglichkeiten waren äußerst vielfältig, und auch die so genannte Herrenkommode war sehr beliebt. Bei der Herstellung wurde vorrangig helles Holz verwendet, in dem die Maserungen besser zur Geltung kamen. Eine farbliche Besonderheit waren schwarze Kommoden, die heute Seltenheitswert haben. Wegen ihrer schlichten Form sind diese Möbelstücke mühelos in moderne Einrichtungen integrierbar. Zahlreiche Nachbildungen dieses Mobiliars zeugen davon, wie beliebt die Möbel im Stil des Biedermeier noch immer sind.